voelpel_wiseEs ist ein offenes Geheimnis: Die Deutschen leben immer länger, und gleichzeitig werden immer weniger Kinder geboren. 2050 wird wahrscheinlich jede/-r Dritte älter als 65 Jahre sein. Wie können wir die Produktivität, das große Erfahrungswissen älterer Menschen für die Gesellschaft nutzen? Leider prägt immer noch die Gleichung „Alter = Defizit“ die öffentliche Diskussion. Und das ist fatal: Negative Altersbilder in unseren Köpfen bestimmen unser Handeln entscheidend mit. Wer sich „alt“ fühlt, läuft Gefahr, sich selbst zu beschränken und seine Lebenswirksamkeit entsprechend anzupassen. Daher gibt es nicht „das Alter“ als uniforme Lebensphase, vielmehr setzt es sich aus einer Vielzahl von Facetten zusammen – welche das sind und wie wir sie positiv beeinflussen können.

flyertitelIn einem „Blick in die Zukunft: Alter im 22. Jahrhundert? Abgeschafft!“ stellt Professor Voelpel in seinem Buch die These auf, dass die Grenzen des Alters immer mehr, bis hin zur Unkenntlichkeit verschwimmen. Es wird der Arbeitsalltags eines 105 Jahre alten Professors beschrieben und die Vision: „Jeder arbeitet, solange er kann und möchte. Die starre Aufteilung des Lebens in Segmente, wie sie früher üblich war und bei denen 20 bis 30 Jahre für Schule und Ausbildung, 35 bis 40 Jahre für das Arbeitsleben sowie 20 Jahre und mehr für den «Ruhestand» vorgesehen waren, ist einer flexibleren Lebensplanung gewichen. (…) Inzwischen hat jeder Mensch ein Lebensarbeitszeitkonto (LZK), das es Männern wie Frauen ermöglicht, ihren Arbeitseinsatz einmal jährlich zwischen 30 und 100 Prozent neu festzulegen. Zudem besteht die Möglichkeit zwischendurch bis zu zwei Jahre für die Betreuung von Kindern, eine neue Ausbildung, ein planetarisches Auslandsjahr auf einem der Nachbarsterne oder eine längere Erholungspause auszusteigen“ (S. 41)

Alles nur Zukunftsmusik? Die Veränderung in der Bevölkerungsstruktur, bekannt unter dem Stichwort des demografischen Wandels, lässt Unternehmen inzwischen darüber nachdenken, ob es klug ist, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über 50, die fitter sind als ihre Väter und Mütter mit Ende 30, einfach zum alten Eisen zu sortieren. Es ist auch dem in manchen Arbeitsfeldern herrschende Fachkräftemangel zu verdanken, dass man heute, wenn auch zögerlich, beginnt, über einen flexiblen Renteneintritt und variable Arbeitszeitmodelle nachzudenken, die der tatsächlichen Bandbreite des Alterns, aber auch natürlich der Schwere der körperlichen Arbeit, angemessen sind.

Dieses Thema wird auf unternehmerische Ebene und als gesellschaftliche Frage im Unternehmensnetzwerk WDN – WISE Demografie Netzwerk ausführlich diskutiert.

http://wdn.jacobs-university.de/ „WDN – Homepage“